Bericht von Claudia Kunz:

Damen Weltmeisterschaften 2010 in Manila

Nomination:

Als ich am Mittwoch den 08.09.2010 am Abend meine E-Mails anschaute, entdeckte ich eine Nachricht von meinem Nationaltrainer. Ich fragte mich schon, was er mir im September mitteilen möchte, deshalb öffnete ich kurzerhand das E-Mail und las nach was darin stand. Zuerst dachte ich, dass die sie falsch adressiert war, weil ich nie damit gerechnet hätte für die Weltmeisterschaften nominiert zu werden. Als ich dann aber mehrere Male meinen Namen las, wurde mir auch klar, dass die E-Mail wirklich für mich bestimmt war.
Schnell war mir klar, dass ich aus finanziellen Gründen nicht gehen könnte, da ich alles selber finanzieren müsste. Am selben Abend rief ich also gleich noch meinen Trainer an und fragte ihn um Rat. Für ihn war ohne zu überlegen klar, dass ich gehen kann und unser Klub die ganzen Kosten übernehmen wird.
Da wurde mir bewusst, dass ich meinem Traum immer näher kam. Nach dieser ersten Abklärung ging ich am nächsten Tag gleich zu meiner Chefin um auch mit ihr abzuklären, ob ich so kurzfristig Ferien nehmen könne, da die Weltmeisterschaften schon im nächsten Monat stattfanden. Auch meine Chefin überlegte nicht lange und gab mir noch am selben Tag die Bestätigung, dass ich teilnehmen könne.
Somit ging mein Traum in Erfüllung!

Anreise:

Am Freitag den 22.10.2010 ging es am Abend um 22:15 Uhr ab nach Manila an die Weltmeisterschaft der Damen im 10er Ball. Als Begleitung kam mein Freund Patrick von Rohr mit, um mich zu unterstützen. Nach einer Verspätung wegen Motorproblemen konnten wir doch noch um Punkt 24:00 Uhr nach Dubai abfliegen. Als wir nach einem 6-stündigen ruhigen Flug in Dubai ankamen, ging es nach einer kurzen Pause gleich weiter mit dem nächsten Flieger nach Manila.
In Manila kamen wir nach einem weiteren 9-stündigen Flug erschöpft und müde an. Anschliessend mussten wir ca. 1 Stunde an der Passkontrolle anstehen! Dadurch war auch unser Gepäck schon vom Band weggeräumt worden und wir mussten uns auf die Suche danach machen. Aber zum Glück fanden wir es ziemlich schnell wieder und ich konnte auch wieder mein Queue in den Armen halten. Weiter ging es mit einer halbstündigen Taxifahrt ins Hotel, wo wir dann endlich am 24.10.2010 um 01:30 Uhr ankamen und unser Zimmer beziehen konnten.

Players Meeting:

Am 24.10.2010 trafen sich alle Spieler in der Spielhalle für das Players Meeting. Um an den Spielort zu gelangen, mussten wir ca. 10 Minuten mit dem Shuttle Bus fahren. Zuerst gab es einen Apèro und anschliessend viele Informationen und einige Interviews mit diversen Spielerinnnen. Danach erhielten wir unsere Spielpläne. Die einen Spielerinnen nutzten danach die Gelegenheit um sich auf den 7 Tischen einzuspielen. Es gab aber noch einen 8. Tisch, welcher sich an einem anderen Ort befand, weil es ein TV Table war. Danach gingen wir wieder mit dem Shuttle Bus zurück ins Hotel und konnten den Tag noch gemütlich ausklingen lassen.

Spiel Modus:

Gespielt wird in 8 Gruppen à 6 Spielerinnen auf jeweils 6 Siege. Es wird mit Winner Break gespielt und mit dem Dreieck aufgestellt. Jeweils die ersten 3 der Gruppen qualifizieren sich fürs Haupttableau, welches im KO Modus gespielt wird und am Donnerstag den 28.10.2010 beginnt. Im Haupttableau wird mit 8 Siegen begonnen, diese werden im Viertel- und im Halbfinale auf 9 Siege erhöht und im Finale wird schliesslich auf 10 Siege gespielt.

Mein Spielplan:

Montag:
12 Uhr (CH 6 Uhr) gegen M. Almero – Philippinen
14 Uhr (CH 8 Uhr) gegen J. Ouschan – Österreich

Dienstag:
18 Uhr (CH 12 Uhr) gegen Z. X. Chun – China

Mittwoch:
12 Uhr (CH 6 Uhr) gegen L. Kjoersvik – Norwegen
16 Uhr (CH 10 Uhr) gegen H. J. Won – Korea

Tag 1:

Morgens um 08:30 Uhr hiess es aufstehen um mich auf das erste Spiel vorzubereiten. Für mich ist es sehr wichtig, dass ich ca. 3 Stunden vor Spielbeginn aufstehe um mich genügend vorzubereiten und damit der Körper richtig aufwachen kann. Um 10:30 Uhr kam der Shuttle Bus, welcher uns zur Spielerhalle brachte. Um 12 Uhr durfte ich ins Turnier starten und meine erste Begegnung gegen die Einheimische Philippinin M. Almero spielen. Ich fand sehr gut ins Spiel und konnte dadurch die Partie mit 6:2 für mich entscheiden. Dies war natürlich ein super Start ins Turnier und motivierte mich fürs nächste Spiel gegen die 4-fache Europameisterin aus dem Jahr 2010 J. Ouschan aus Österreich. Mit J. Ouschan traf ich gleich auf eine der Hauptfavoritinnen von dem ich mich aber nicht unterkriegen lies. Nach einer Save und Abspielpartie konnte sich J. Ouschan schliesslich doch den Sieg mit 6:2 sichern.

Tag 2:

Am zweitem Tag konnte ich ausschlafen, da ich erst abends um 18 Uhr gegen die Chinesin Z. X. Chun spielen durfte. Um 14 Uhr ging ich Mittagessen, damit ich um 15 Uhr wieder im Zimmer sein konnte, um mich auf das Spiel vorzubereiten. Zuerst legte ich mich ins Bett, um herunterzufahren und lies das Spiel im Kopf für mich positiv durchlaufen.
Um 15:20 Uhr bereitete ich mich vor und zog das Tenue an, da der Shuttle Bus um 15:45 Uhr kam, der die Spielerinnen zur Spielhalle fuhr. Da die letzte Spielrunde schon um 17 Uhr zu Ende war, konnte ich mich vor dem Spielstart eine Stunde lang einspielen. Pünktlich um 18 Uhr konnten wir das Spiel beginnen und im gesamten Verlauf konnte ich mich besser durchsetzen als Z. X. Chun. Da meine Gegnerin sehr bedächtig spielte und dazu auch noch langsam um den Tisch lief, ging die Partie aber nicht schnell voran, sondern eher etwas zäher als sonst. Trotz ihrer gemächlichen Art, konnte ich das Spiel für mich entscheiden.
Von Anfang an lag ich nach Punkten im Vorsprung und ich lies meine Gegnerin nie in Führung gehen. Mein drittes Spiel konnte ich mit einem 6:4 Sieg abschliessen.
Mit dem Verlauf war ich sehr zufrieden und freute mich sehr über dieses erfolgreiche Spiel. An diesem Abend hiess es für mich aber schon früh Nachtruhe, da ich am nächsten Tag schon wieder um 9 Uhr auf den Beinen sein musste.

Tag 3:

Pünktlich um 9 Uhr stand ich auf um mich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Als erstes ging ich frühstücken, damit ich noch genügend Zeit hatte um zu verdauen. Nach dem Frühstück ging es wieder zurück aufs Zimmer um mich vorzubereiten und mich ins Tenue zu stürzen. Viel Zeit blieb mir nicht übrig, da bereits um 10:30 Uhr der Shuttle Bus abfuhr.
Als wir schon eine Viertelstunde später in der Spielhalle ankamen, hatte ich noch genügend Zeit um mich schon einmal seelisch auf mein nächstes Spiel vorzubereiten. Dieses Mal konnte ich mich eine halbe Stunde vor Spielbeginn einspielen, damit ich in den Stoss kam. Pünktlich um 12 Uhr konnte ich gegen meine Gegnerin L. Kjoersvik aus Norwegen beginnen. Am Anfang konnte ich noch mithalten, doch dies änderte sich beim Stand von 3:2 für L. Kjoersvik.
Plötzlich lief es mir nicht mehr so gut und sie konnte mir davonziehen, bis sie schliesslich 6:3 gewann. Am Ende des Spiels war ich nicht mehr im Lauf und fand auch nicht mehr zurück ins Spiel. Danach hatte ich eine Pause von ca. 2 Stunden. Diese kurze Pause nutzte ich um herunterzufahren und das Geschehene zu verarbeiten, damit der Kopf wieder leer für das nächste Spiel war. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn konnte ich an den Billardtisch um mich aufzuwärmen. Meine letzte Gegnerin der Gruppenphase war H. J. Won aus Korea. Auch dieses Spiel konnten wir um 16 Uhr ohne Verspätung starten. Von Anfang an fand ich nicht ins Spiel und kam nicht in meinen Lauf. Die Koreanerin zog davon und gewann mit 6:2.
Für mich war dieses Spiel eine kleine Enttäuschung, aber ich war trotzdem froh, dass ich ihr in meinem nicht ganz so guten Lauf doch noch 2 Punkte abnehmen konnte. Nun ging es an das grosse Zusammenrechnen der Punkte um herauszufinden, welche 3 Spielerinnen der Gruppe ins Finaltableau kamen.
Ich verpasste den Einzug ins Haupttableau wegen nur 3 Punkten und somit war für mich diese wunderbare Weltmeisterschaft zu Ende. Auch wenn ich sehr gerne weitergekommen wäre, war ich mit dem 25. Platz von insgesamt 48 Spielerinnen aus der ganzen Welt sehr zufrieden. Für mich war es eine sehr gute und interessante Erfahrung dort mitzuspielen und ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln.
Ich hoffe sehr und werde mich auch weiterhin sehr fleissig bemühen, dass ich noch weitere Weltmeisterschaften erleben kann.

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